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SPD verhöhnt fremde Wähler

Die SPD war es wohl leid, immer nur dieselben ausgelutschten Worthülsen auf ihre Plakate zu schreiben und dachte anscheinend, es stelle die Partei doch ganz bestimmt in ein besonders vorteilhaftes Licht, wenn man sich zur Europawahl am 7. Juni einmal kräftig über anderswählende Bürger lustig macht. So wurden auf einen Oberkörper mit lila Schlips und weißem Kragen einmal eine Haifischfratze und ein anderes Mal ein Haartrockner montiert. Dazu stehen auf den Plakatwänden die irrsinnig komischen Texte "Finanzhaie würden FDP wählen" und "Heiße Luft würde DIE LINKE wählen".
SPD-Wahlplakate in Salingen: "Finanzhaie würden FDP wählen" und "Heiße Luft würde DIE LINKE wählen".

Wie man sehen kann, steckt nichts dahinter:
Rückseite der SPD-Wahlplakate in Salingen


Mannomann, so geht das nicht! Wer Werbung treibt, muss doch schreiben, wofür die eigene Marke steht. Bei mir bleibt jedenfalls dank Negativkampagne nur hängen: "Spötter würden SPD wählen".

Nachtrag: Spiegel Online ist ebenfalls schon auf die Plakataktion der SPD aufmerksam geworden. Dem Artikel ist zu entnehmen, dass es auch noch ein Anti-CDU-Plakat gibt: "Dumpinglöhne würden CDU wählen". SpOn stellt zudem fest, dass man sich wohl nicht traute, so kurz nach Rotgrün schon die Wähler der vierten großen deutschen Partei zu verspotten. Auf "Klugscheißer würden Die Grünen wählen" warten wir dann wohl bei dieser Europawahl vergeblich.

Nachtrag 2: Andreas Grieß erfuhr von einem Kampagnenverantwortlichen, dass die SPD bald Plakate mit positiven eigenen Inhalten nachliefern will.

Nachtrag 3: Auf ZEIT-ONLINE erinnert Ludwig Greven im Artikel "SPD setzt auf sinnlose Polemik" vom 27. April 2009 daran, dass die SPD bei der letzten Europawahl gerade einmal 21,5% der Stimmen holen konnte und macht sich Sorgen darüber, dass die SPD eines billigen Wahlkampfgags wegen neue Gräben schafft. Ob die FDP nach den Schmähplakaten noch als begeisterter Koalitionspartner für Steinmeiers Kanzlerschaftspläne bereit steht, muss sich in der Tat zeigen.

Nachtrag 4: Schon am 23. April ist das NDR Satiremagazin "Extra 3" auf die SPD-Plakate aufmerksam geworden. Möglicherweise hatten da noch viele geglaubt, dass es sich bei den Motiven nur um Wahlkampfsatire handeln könne. Doch Extra 3 titelte: Nein, wir sind nicht für ALLE beknackten SPD Plakate zuständig

Weitere Blog-Reaktionen
Auf Blogfuerst.de und Europa2009Wahl werden gerade die schönsten (naja...) Parodien auf die SPD-Wahlplakate gesammelt.
Chris schreibt in FixMBR: "Negative Campaigning der SPD. Eine Partei zerstört sich selbst." und zeigt einige an der politischen Realität orientierten Gegenentwürfe zu den SPD-Plakaten.

Trackbacks

Mecker-Blog am : Niemand würde SPD wählen

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Der Wahlkampf zur Europawahl 2009 hat begonnen. Da sind Fettnäpfchen nicht weit, und wie erwartet ist es die SPD, die als erste hineintritt. Mit diesen Wahlplakaten soll verzweifelt versucht werden, doch noch einige Dumme zu finden, die Ihr Kreuz an d...

Kommentare

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Andreas am :

Das nichts "hinter" den Plakaten steht ist zwar witzig, inhaltlich aber definitv flacher als die Plakate xD
Und wofür die "eigene Marke" steht, steht auch auf den Plakaten! Man siehe unten rechts!!!

Martin Vogel am :

Unten rechts steht: "Mehr SPD für Europa." – das ist mit Sicherheit ein Ziel, das die SPD von allen anderen Parteien unterscheidet. Aber ob das reicht, um die Wähler zu überzeugen, sich Gedanken darüber zu machen, diesmal (wieder) "SPD" anzukreuzen? Die Phrasen, die sonst sonst so auf den Plakaten herumstehen ("Für ein Europa, in dem klare Regeln für alle gelten." und "Für ein Europa, in dem Verantwortung zählt") sind dermaßen inhaltsleer, dass sie auch bei jeder anderen Partei als gestalterischer Platzfüller dienen könnten.
Die Aktion leistet jedoch etwas enorm positives: sie bringt die Europawahl ins Bewusstsein der Menschen. Vielleicht beschäftigt sich die eine oder der andere ja doch auch noch mit den Wahlprogrammen und mit den Ergebnissen der bisherigen Parteiarbeit. Ob das jedoch der SPD etwas nützt, steht dann allerdings auf einem anderen Blatt.

Juri Garkov am :

Hier finden Sie eine Sammlung alternativer Motive. Ähnlich schlecht aber man schmunzelt doch. http://europa2009wahl.wordpress.com/

Wilhelm Hötzl am :

Es ist schon ein starkes Stück mit solchen Wahlplakate die Wirklichkeit zu verdrehen! Schließlich waren es SPD und die Grünen die während ihrer Regierungszeit durch Deregulierung globale Wirtschaftskriminalität durch Finanzhaie erst möglich gemacht haben. Auch der eigene vorgeschlagene Mindestlohn wurde im Bundestag 2007 bis auf 4 Abegeordnete von der SPD abgelehnt! Scheinheiliger geht es wohl nicht?

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