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3D-Bilder selbstgemacht

Anaglyphenbrille
Anaglyphenbrille für 3D-Stereogramme aus c't 15/2009
Dass Google seine 3D-Straßenansicht im April 2010 nach nur einer Woche vorübergehend wieder eingestellt hat, war schade, denn die 3D-Fotografie ist eine interessante Sache, die man mit wenig Aufwand selbst betreiben kann. Alles, was man dazu benötigt, sind eine Digitalkamera, ein PC und eine Anaglyphenbrille. Einfache Rot-Cyan-Pappbrillen gibt es manchmal als Zeitschriftenbeilagen und mit ein bisschen Glück für rund einen Euro beim Optiker. Bessere Ausführungen mit Gläsern anstelle von Folien sind auch nicht viel teurer.

Die Software zur Erstellung von Anaglyphenbilder ist kostenlos und hört auf den Namen Gimp. Das "GNU Image Manipulation Program" erlaubt die wichtige Zerlegung eines Fotos in die Farbkomponenten Rot, Grün und Blau und das Zusammensetzen dieser Komponenten aus zwei Bildern.

Fossil
Das rechte Foto wird später zur blaugrünen Komponente des Stereobildes.
Fossil
Das linke Foto des Stereobildpaares. In dem zusammengesetzten Anaglyphenbild wird es als Rotkomponente erkennbar sein.
Um einen realistischen räumlichen Eindruck zu erzeugen, benötigt man zwei Fotos aus leicht unterschiedlicher Kameraposition. Am natürlichsten wirken die Ergebnisse, wenn die beiden Fotos mit einem seitlichen Versatz von sieben bis acht Zentimetern aufgenommen werden, was in etwas dem menschlichen Augenabstand entspricht. Ein Stativ ist hilfreich; hat man gerade keins dabei, genügt es auch, die Kamera vor die Augen zu halten und ein wenig das Gewicht zu verlagern. Beide Füße bleiben dabei auf dem Boden stehen. Bei der ersten Aufnahme konzentriert man das Körpergewicht auf dem linken Fuß und bei der zweiten Aufnahme auf dem rechten Fuß. Der Kopf bewegt sich dabei automatisch um die richtige Entfernung von links nach rechts. Dabei sollte man darauf achten, dass der Bildausschnitt der Kamera möglichst identisch bleibt. Der Kamerablitz darf nicht verwendet werden.

Als Beispiel habe ich einmal zwei Fotos von einem fossilen Ammoniten angefertigt. Das linke Bild wird später zur Rotkomponente des Anaglyphenbildes, das rechte Fotos enthält die Komponenten Grün und Blau, die sich zu Cyan ergänzen.

Gimp
So sieht der Dialog "Farben – Komponenten – Zusammensetzen" in Gimp aus, nachdem die rote Ebene des linken Fotos ausgewählt wurde,
Beide Bilder werden in Gimp geöffnet. Mit der Funktion "Farben – Komponenten – Zerlegen" werden die Bilder in die RGB-Grundfarben zerlegt. Es entstehen zwei Schwarzweißbilder mit jeweils drei Ebenen, die fast identisch aussehen. Im zweiten Bild wählen wir nun die Funktion "Farben – Komponenten – Zusammensetzen". Es werden die Namen der drei Ebenen des rechten Fotos angezeigt. Im Eintrag für die oberste Ebene wählen wir die korrespondierende Ebene des linken Fotos aus. Nach Anklicken von "ok" ist das 3D-Stereogramm fertig und kann mit einer Rot-Cyan-Anaglyphenbrille betrachtet werden.

3D-Stereogramm
Das Anaglyphenbild ist nach wenigen Minuten fertig.
Wenn die beiden Ausgangsfotos stark gegeneinander verschoben sind, sodass es dem Gehirn schwerfällt, die beiden Bildkomponenten zur Deckung zu bringen, kann die Lage der roten Ebene nachträglich noch korrigiert werden. Am einfachsten geschieht das dadurch, dass man das Anaglyphenbild wieder in einzelne Farbebenen zerlegt, die Deckkraft der roten Ebene auf 50% reduziert und diese Ebene dann solange verschiebt, bis sie sich möglichst gut mit den anderen beiden Ebenen deckt. Die Punkte der größten Übereinstimmung werden später genau in der Monitorebene liegen, die anderen Bildteile davor oder dahinter. Anschließend wird das Bild zugeschnitten (mindestens bis auf das gemeinsame Rechteck der drei Ebenen) und zuletzt werden die Komponenten wieder zusammengesetzt. Heraus kommt dann ein Bild, das in unserem Beispiel schließlich so aussieht, wie rechts. Zum Vergrößern bitte anklicken.


Nachtrag: wer häufiger stereoskopische Bilder mit Gimp zusammenstellt, findet auf gimp.org hilfreiche Skripte: http://registry.gimp.org/taxonomy/term/406

Das digitale Dortmund-Modell in Google Earth

Eine unbekannte Zahl von Freiwilligen hat sich in der letzten Zeit damit befasst, Luftbilder und Fotos Dortmunder Bauwerke zu 3D-Modellen zu verarbeiten. Die Früchte dieser Arbeit können nun in Google Earth bestaunt werden. Durch die Verwendung der echten Gebäudefotos entsteht ein beeindruckend realistischer Eindruck von der Hauptstadt Westfalens.


Grüne Idylle (HQ, HD): Free-Wallpaper-Download mit grünen Hügeln im Stil von Windows XP

Mit Windows XP zog ein charakteristischer Bildschirmhintergrund in die Büros der Welt: eine Landschaft mit grünen Hügeln vor einem weiten blauen Himmel mit einigen weißen Wolken war auf einem Wallpaper abgebildet, dessen Name in der englischen XP-Version "Bliss" und in der deutschen XP-Version "Grüne Idylle" lautete.

Grüne Hügel
Bildschirmhintergrund Grüne Hügel 1280×1024 Pixel
Zwar fühlten sich nach dem Erscheinen von Windows XP manche Kritiker durch den idyllischen Hintergrund ans Teletubbyland erinnert, doch für viele Anwender war das der schönste Bildschirmhintergrund, den Microsoft bis dahin für seine Windows-Desktops angeboten hatte.

In neueren Windows-Versionen als XP ist dieser Hintergrund gar nicht mehr enthalten. Es gibt zwar viele andere Motive, doch die grünen Hügel sind nicht mehr dabei. Das mag man bedauern, doch um ganz ehrlich zu sein: Das "Windows XP Green Hills Default Wallpaper" wäre auch mit seinen 800×600 Pixeln und der charakteristischen Farbsättigung heute gar nicht mehr Stand der Technik. Auf neueren Monitoren sieht dieses Bild vor allem unscharf aus.

Grüne Hügel
Bildschirmhintergrund Grüne Hügel 1600×1200 Pixel
Grüne Hügel
Bildschirmhintergrund Grüne Hügel 1024×768 Pixel
Kurioserweise kam ich im letzten Urlaub an zwei grünen Hügeln vorbei, die dem Windows-Wallpaper auf verblüffende Weise ähnelten. Leider war gerade keine Gelegenheit, anzuhalten, so kam ich nur zu einem Schnappschuss aus dem fahrenden Auto heraus. Dank des optischen Bildstabilisators der Canon Powershot ist das Foto trotz der Bewegung recht gut geworden.

Das führte dazu, dass mein Rechner nun, obwohl ich ein bekennender Linux-Anwender bin, seit einigen Monaten einen Desktop-Hintergrund hat, den viele Betrachter für eine farbgetreuere und schärfere Version des alten Bliss-Motivs halten.

Grüne Hügel
Bildschirmhintergrund Grüne Hügel 1920×1200 Pixel
Grüne Hügel
Bildschirmhintergrund Grüne Hügel 1680×1050 Pixel
Wer ebensolche Freude wie ich an diesem schönen ruhigen Bildschirmhintergrund hat, darf ihn sich gerne in passender Auflösung für seinen persönlichen Rechner herunterladen. Windows-AnwenderInnen dürfen ihn meinetwegen auch "downloaden".

Die Wallpaper-Downloads sind in der "Galerie" auf dieser Website in mehreren gängigen Auflösungen abgelegt. Wer andere Abmessungen benötigt (zum Beispiel fürs Notebook), möge bitte die Kommentarfunktion bemühen, ich ergänze die Desktophintergrund-Kollektion dann um weitere Größen.

Aufgenommen wurde das Foto übrigens auf Langeland in Dänemark auf dem Tranekærvej (Landstraße 305). Dank Googles Street View lässt sich die Stelle sogar exakt wiederfinden.

Bitte beachten: als Urheber des Fotos untersage ich jede Form der Weiterverbreitung. Ein Link auf diese Seite ist dagegen immer willkommen. Auch die kleinen Vorschaubildchen dürfen beliebig genutzt werden. Ich verbiete jedoch das direkte Verlinken der hochaufgelösten Bilder selbst oder das Anbieten von Kopien dieser Dateien.

Der unpolitische CCTV-Überwachungskamera-Nistkasten "Wolfgang S."

Warum nur heißt der Nistkasten bei Manufactum "Wolfgang S."? Ich komm' einfach nicht darauf...
Auf Boing Boing (einem Verzeichnis wundersamer Dinge) entdeckte ich einen Nistkasten, der wie eine CCTV-Überwachungskamera gestaltet ist.
Für 59 Euro kann man ihn ab dem 3. Juni 2009 bei Manufactum, einem Anbieter edler Handwerksartikel, käuflich erwerben. Jetzt hätte ich in diesem Blog gern ein Foto von dem Nistkasten gezeigt, doch Manufactums Magazin, aus dessen Sortiment der "Nistkasten Wolfgang S." stammt, lehnte meine Bildanfrage ab und schrieb mir, dass man dort nicht mit politischen Stellungnahmen, welcher Art auch immer, in Verbindung gebracht werden möchte. Das ist schade, denn ich hatte doch gar keine Stellungnahme abgeben wollen. Was kann unpolitischer sein als ein Vogelhäuschen? Ich habe mal ungefähr skizziert, wie der Nistkasten aussieht. Wer das Original sehen oder kaufen will, kann bei Manufactum in den Onlinekatalog schauen.

Nachtrag: Wer das Bild links (oder die sich beim Anklicken öffnende große Version) in seinem eigenen Blog verwenden will, darf es sich gerne herunterladen. Ein Link auf diesen Blogeintrag als Dankeschön wäre nett.

Nachtrag 2: Der Nistkasten stammt von Dennis Clasen, der ihn auf friesland.cc auch selbst vertreibt.

Wie man ein Video dreht (im Uhrzeigersinn oder um 90° nach links)

Das schöne an den ganzen digitalen Kompaktknipsen ist ja, dass man damit auch kleine Videos mit herrlichem Super-8-Charme drehen kann. Das dumme dabei ist, dass ich regelmäßig vergesse, dass im Querformat wiedergegebene Hochformatvideos beim Betrachten zu Nackenschmerzen führen :-)

Um ein im Hochformat aufgenommenes Video um 90 Grad nach links oder rechts zu drehen, gibt es mit dem kostenlosen Programm "Mencoder" zum Glück ein Werkzeug, welches die Halsmuskulatur der Zuschauer entlastet. Das Video kann dabei nicht nur im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn rotiert, sondern gleichzeitig auch noch in ein anderes Format umcodiert werden. Beides benötige ich, denn meine kleine Nikon L4 zeichnet leider alle Filmchen als Quicktime-Video auf, obwohl ich aus verschiedenen Gründen Mpeg-4-Videos im AVI-Container bevorzuge.

Beides geschieht in einem Rutsch mittels des folgenden Befehls:

mencoder -vf rotate=1 EINGANGSDATEI.MOV -ovc lavc -lavcopts vcodec=mpeg4:mbd=2:trell -o AUSGANGSDATEI.AVI


Der Parameter "rotate=1" dreht das Video dabei rechtsherum und "rotate=2" dreht es linksherum.

Mencoder ist Bestandteil des freien Mplayer-Projekts.

JPEG-Kommentar mit Nautilus-Skript bearbeiten (Gnome/Ubuntu Linux)

Zu Windowszeiten war ich ein großer Fan des Bildbetrachtungsprogramms IrfanView. Ein Feature, das ich besonders mochte, war die Möglichkeit, JPEG-Fotos um einen kurzen oder bis zu 64.000 Zeichen langen Kommentartext zu ergänzen, der direkt (und unsichtbar) in der Bilddatei gespeichert wurde und dadurch alle Kopier-, Verschiebe- und sonstigen Aufräumaktionen unbeschadet überlebte. Leider ist die Unterstützung des JPEG-Kommentarfeldes in den meisten Linux-Bildbetrachtern überhaupt nicht angesagt. Manche, wie gThumb, haben zwar eine Kommentarfunktion, speichern den Text aber separat und nicht in der Bilddatei, was die Funktion für mich wertlos macht.
Zum Glück gibt es in Nautilus die Möglichkeit, das Rechtsklickmenü um eigene Skripte zu erweitern, die einfach im Ordner ~/.gnome2/nautilus-scripts/ abgelegt werden. Jetzt kann ich meine Bildkommentare bequem im Texteditor bearbeiten. Alles was benötigt wird, befindet sich im Paket "libjpeg-progs". Darin sind zwei Konsolenprogramme namens "rdjpgcom" und "wrjpgcom" enthalten, die das JPEG-Kommentarfeld lesen und schreiben können. Nun muss nur noch im Skriptverzeichnis von Nautilus eine ausführbare Textdatei angelegt werden. Diese könnte beispielsweise "JPEG-Kommentar bearbeiten" heißen und folgenden Inhalt haben:
#!/bin/bash
rdjpgcom $1>$1_comment.txt
gedit $1_comment.txt
mv $1 $1_original.jpg
wrjpgcom -replace $1_original.jpg < $1_comment.txt > $1

Dieses Grundgerüst benötigt, um richtig benutzerfreundlich zu sein, noch ein paar Abfragen. So sollte das fertige Skript zum Beispiel testen, ob der von Nautilus übergebene Dateiname "$1" überhaupt zu einer JPEG-Datei gehört oder ob der Kommentar überhaupt geändert wurde. Hinterher aufzuräumen und die beiden zwischenzeitlich angelegten Dateien mit der Originalbilddatei und dem Kommentartext wieder zu löschen, wäre auch keine schlechte Idee. In der vorliegenden Form macht das Miniskript folgendes (in Nautilus sei, um nicht zu abstrakt zu werden, die Datei "bild.jpg" ausgewählt worden): Es liest den Kommentar aus "bild.jpg" und schreibt ihn in die Datei "bild.jpg_comment.txt". Diese wird im Texteditor bearbeitet, das Bild in die Datei "bild.jpg_original.jpg" gesichert, aus dieser wird der alte Kommentar entfernt und der Rest der JPEG-Datei zusammen mit dem neuen Kommentar wieder als "bild.jpg" gespeichert.

Hochwasser-Luftbilder der Dortmunder Polizei decken Ursache für lange Überflutung auf

Es war wohl der stärkste Regen der letzten 100 Jahre, der am Samstag auf Dortmund niedergegangen ist – bis zu 200 Liter pro Quadratmeter in drei Stunden. Normal sind rund 80 Liter pro Quadratmeter für den gesamten Juli. Im Stadtteil Marten stand das Wasser gestern immer noch auf den Straßen. Auf den Luftbildern der Dortmunder Polizei erkennt man den Grund: das Wasser kann nicht auf natürliche Art abfließen, weil der Vorfluter (die Emscher bzw. ihre Zuläufe Roßbach, Oespeler Bach und Schmechtingsbach) höher liegt als der überflutete Stadteil. Dieser hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht zuletzt durch die emsige Umsetzung von Subventionsgeldern zu Landschaftsschäden immer mehr abgesenkt und läge längst dauerhaft auf dem Grund eines Süßwassersees, wenn nicht leistungsfähige Pumpwerke den Grundwasserspiegel wieder unter die Geländeoberfläche absenkten (durch die emsige Umsetzung von Ewigkeitskosten zu Pumparbeit). Zwei der drei Pumpen, die den Martener Polder am Absaufen hindern sollen, fielen am Samstag bei einer Förderleistung von 5000 (6000?) Litern pro Sekunde aus, weil das Pumpwerk wegen mutmaßlicher Baumängel überflutet wurde (Quelle: Ruhr Nachrichten).

Siehe auch: DerWesten.de – Ohne Pumpen geht halb Dortmund unter

Nautilus "vergisst" Datum und Uhrzeit beim Kopieren unter Ubuntu 8.04

In der neuen GNU/Linux-Version Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) weist der Gnome-Dateimanager Nautilus eine Eigenheit auf, die von einigen als Feature, von anderen als Bug angesehen wird: Das Datum einer Datei wird auf den Moment des Kopiervorgangs gesetzt, nicht auf das Entstehungsdatum der Ursprungsdatei. Es lassen sich mehrere Gründe konstruieren, warum das so sein soll, angefangen von "das haben wir schon immer so gemacht" (gemeint ist das Verhalten des Shell-Befehls "cp"), über "eine Kopie ist eine neue Datei, das soll man gefälligst auch sehen können" bis zu "Linux ist schließlich nicht Windows".

Ohne die Diskussion über Sinn und Unsinn dieses Verhaltens fortführen zu wollen (das kann, wer mag, hier tun), stand ich plötzlich vor dem Problem, einige hundert Digitalfotografien in diversen Ordnern zu haben, die ein völlig falsches Dateidatum aufwiesen. Für alle, denen ähnliches widerfahren ist: es gibt ein einfaches Programm, das das Dateidatum einer Fotografie wieder auf deren Aufnahmedatum zurücksetzen kann. Es heißt jhead, wurde von Matthias Wandel geschrieben und repariert das Datum aller Foto-Dateien eines Ordners mit einem einfachen Aufruf:
jhead -ft *.JPG

JHead gibt es für Linux, OS X und Windows. Unter Ubuntu Linux ist es Bestandteil des Universe-Repositorys und kann mittels Synaptic installiert werden. Ein großes Dankeschön an Matthias Wandel für sein tolles Programm!

Nachtrag (20. Juni 2008): Der Fehler ist behoben worden und die neue Version der dafür zuständigen GLib-Bibliothek - libglib2.0-0 in der Version 2.16.3-1ubuntu3 - wird in Kürze über die Aktualisierungsfunktion verfügbar sein.